Zahnfehlstellungen - Was tun?

Die Zähne sind grob gesehen eigentlich nur Anhängsel unseres Kiefers. 

Schon im Mutterleib wird hierfür ein Bauplan zurecht gelegt. Doch dann wirken verschiedene Ereignisse auf den Schädel ein, die so nicht vorhersehbar waren und den ursprünglichen Plan beeinflussen. Der Geburtsvorgang (Zange, Saugglocke, Kaiserschnitt oder eine Beckenverwringung bei der Mutter) hat einen Einfluss auf den Schädel und verändert somit möglicherweise die Stellung des Kiefers. Auch ein späterer Sturz oder eine Operation/Trauma kann die Statik verändern. Der Kopf des Kindes passt sich darauf an. Nun stimmt aber der Schädel und die Stellung der Zähne nicht mehr überein.

Eine Variante wäre nun, hier mit einer Spange gegen zu arbeiten. Einige Kiefernorthopäden machen dies bereits in sehr frühem Alter des Kindes, andere warten erst einmal ab und schicken die Kinder für ein halbes bis ganzes Jahr zu einer osteopathischen Therapie, um eventuell den Einsatz der Spange zu minimieren oder zu verhindern. 

 

Doch wie greift die Osteopathie hier an?

 

Zu allererst kontrolliert und therapiert man die gesamte Statik, denn wenn der Körper nicht im Lot ist, brauch ich mich gar nicht erst am Kopf versuchen.

Dann wir der gesamte Schädel entlastet, sprich die Übergänge der einzelnen Schädelplatten werden auf Spannungen und Bewegungseinschränkungen kontrolliert. Die Schädelplatten selbst müssen eine gewisse Bewegung ausführen können, die in einigen Studien auch mittlerweile nachgewiesen wurden (z.B.: Oleski SL, Smith GH, Crow WT: Radiographic Evidence of Cranial Bone Mobility. The Journal of Craniomandibular Practice, 2002, 20(1); 34-38). Ob und wie diese Bewegungen möglich sind kann man als geübter Therapeut fühlen, überprüfen und gegebenenfalls korrigieren.

Danach wird der Übergang der Schädelknochen zum Kiefer und die Verbindung des Kiefers mit den anderen Gesichtsknochen überprüft und therapiert.

Das Ganze geschieht in einem regelmäßigen Abstand von 1-2 Monaten.

Schafft man es, den ganzen Schädel wieder in "die richtigen Bahnen zu lenken", dann passen sich die Zähne automatisch an.

 

Zum Glück funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Osteopathie und Kiefernorthopädie in den meisten Fällen ganz gut, so dass immer wieder kontrolliert werden kann, ob und wieviel sich tut. Und ob am Ende noch mit einer Spange nachgeholfen werden muss oder ob dies nicht mehr nötig ist.

 

Ich habe in meiner Praxis viele Kinder, die vor der Spange nicht auf die Osteopathie aufmerksam geworden sind und die ich begleitend zur Spange therapiere. Eine Spange kann bei Kindern zu Spannungen am Schädel führen, die zu Kopfschmerzen, Konzentrationsproblemen und ähnlichem führen kann. 

Deshalb lohnt es sich durchaus, es erstmal anders zu probieren.

 

 

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